Kirchenführer für die Kath. Kirche
St. Johannes Baptist Heinsheim
Bereits 1526 „ist die lutherische Lehre mit
Vergünstigung des Junkers Hanns d. Ä. von Ehrnberg durch Pfarrer Lorenz
Hügel verbreitet und tief in die Herzen der Heinsheimer Untertanen
eingepflanzt worden. Vorbild war die Haltung des Kraichgauer Adels, der
dem Beispiel des Wolf von Gemmingen, Herr des Dorfes Gemmingen, folgte,
wo schon 1521 die Reformation eingeführt wurde.“ (Chronik von
Heinsheim, S. 170)
Von 1638 bis 1834 wurden in Heinsheim keine kath.
Gottesdienste mehr gefeiert. 1834 wurde in einem Privathaus ein
Betzimmer für die Katholiken eingerichtet. Am 16.08.1838 wurde der
Grundstein für die Kath. Kirche gelegt. Am 24.06.1840 konnte Pfarrer
Büttner von Siegelsbach die feierliche Segnung der neuen Kirche
vornehmen. Schutzpatron der Kirche ist Johannes der Täufer; am 24. Juni
feiert die Kirche das Fest seiner Geburt und am 29. August der Fest
seiner Enthauptung.
Kostbarkeiten der Kirche
-
Beweinung Christi Dieses Kunstwerk
stammt aus der Schule von Tilmann Riemenschneider und
stellt beste spätgotische fränkische Kunst dar.
-
Kreuz mit Corpus aus dem 15.
Jahrhundert mit ergreifender Ausdruckskraft
-
Historische Schäfer-Orgel von 1840.
Einzige erhaltene Schleifladenorgel der Fa. Schäfer aus
Heilbronn, die zu den bedeutendsten Orgelbaufirmen des
Landes Württemberg gehörte.
-
Der Hochaltar und die beiden
Seitenaltäre der Kirchenausstattung von 1840 sind nicht
mehr erhalten; sie waren in der Substanz so beschädigt,
dass sie um 1960 aus der Kirche entfernt wurden.
Erhalten sind aber vier Heiligenfiguren dieser Altäre:
Hl. Johannes der Täufer, Hl. Agnes, Hl. Josef und Hl.
Aloisius. Sie wurden restauriert und konnten im Jahre
2009 in der Kirche wieder aufgestellt werden; dazu ein
vorhandenes Kreuz mit Corpus. Weiter finden sich in der
Kirche eine Madonna mit Kind, eine Figur des Hl.
Johannes Nepomuk, eine Bild des Hl. Wendelin und ein
Bild mit dem dornengekrönten Heiland.
-
Eine Besonderheit ist das Schriftband
mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, das sich unter
der Decke entlang durch die ganz Kirche zieht.
-
Nach dem II. Vatikanischen Konzil
wurde die Kirche nach den neuen liturgischen
Bestimmungen umgestaltet. Ambo, Zelebrationsaltar,
Tabernakelstele und Tabernakel schuf die Pforzheimer
Künstlerin Gisela Bär.
-
Der renommierte Maler und Bildhauer
Valentin Feuerstein aus Neckarsteinach schuf die beiden
Chorfenster. Die linke Seite zeigt Szenen aus dem Alten
Testament: 1. Adam und Eva; 2. Kain und Abel; 3. Arche
Noach; 4. Der brennende Dornbusch; 5. Das Essen des
Paschalammes. Die rechte Seite zeigt Szenen aus dem
Neuen Testament: 1. Die Verkündigung: Maria und der
Erzengel Gabriel; 2. Die Geburt Jesu; 3. Die Taufe
Jesu; 4. Die Heilung eines Blinden; 5. Die Verklärung
Jesu auf dem Berg.
Rundgang durch die Kirche
|